Hallasan Wanderung: Meine Besteigung des höchsten Bergs Südkoreas (Gwaneumsa & Seongpanak Trail)


1.947 Meter, unzählige Stufen und ein Kraterblick bis zum Meer – heute geht es auf den Hallasan, den höchsten Berg Südkoreas. Er liegt im Hallasan Nationalpark auf der Insel Jeju. Der Himmel ist klar. Beste Voraussetzungen – zumindest im Moment.

Routenübersicht

Länge: 18,9 km
Höhenmeter Aufstieg: 1390 m
Höhenmeter Abstieg: 1200 m
Dauer: 5:20 h
GPX

Erfahrungsbericht – Hallasan Wanderung

Als ich nach einer relativ kurzen Nacht morgens in den Aufenthaltsraum hinunterkomme, hat Elias, mein neuer Schweizer Bekannter, den ich am Abend zuvor in meiner Unterkunft, dem “Yeha Guesthouse”, kennengelernt habe, schon Kaffee gemacht. Ohne große Verzögerung starten wir gemeinsam los, um ein Taxi zu finden. Wir werden schnell fündig und für knapp 16 € (Stand 09/23) bringt uns der Fahrer zum Beginn des Gwaneumsa Trails.

Reservierung für die Hallasan Wanderung – Das musst du wissen

Da ihr in einem Nationalpark wandert, müsst ihr vorab eine Reservierung auf der offiziellen Webseite vornehmen. Dort legt ihr sowohl die Route als auch das Zeitfenster des Eintritts fest. Die Reservierungen werden am Eingang streng kontrolliert. Ein Ausweisdokument wird ebenfalls verlangt. Innerhalb des Parks gibt es keinerlei Einkaufsmöglichkeiten – packt also ausreichend Wasser und Proviant ein!

Aufstieg über den Gwaneumsa Trail

Leider ist das Wetter heute diesig. Der Weg führt relativ unspektakulär, aber durch viel sattes Grün stetig bergauf. Hauptsächlich wandert man über Stein- und Holztreppen. Zwischendurch gibt es immer wieder Toiletten oder Rastplätze, um sich zu erholen. 

Ich empfinde nur den letzten Abschnitt als hart: Stufe um Stufe – gefühlt unzählige Treppen – geht es langsam weiter, vorbei an Menschen in unterschiedlichsten Stadien der Erschöpfung. Außerdem habe ich unterschätzt, wie kalt es da oben ist. Nehmt unbedingt etwas Warmes zum Anziehen mit!

Am Gipfel angekommen, hat sich vor dem berühmten Gipfelstein bereits eine Schlange mit vielen Wandernden gebildet, die auf ihr Foto warten. Leider ist es so diesig, dass der berühmte Krater nicht zu sehen ist. Überall sitzen Menschen auf den Felsen verteilt und essen. Elias möchte noch bleiben und auf ein Lichten des Nebels warten, mir ist es allerdings zu kalt. Also mache ich mich allein an den Abstieg. Im Nachhinein ärgere ich mich doch ein wenig, kein Bild gemacht zu haben … immerhin habe ich gerade den höchsten Berg Südkoreas bestiegen!

Abstieg über den Seongpanak Trail

Für den Rückweg wähle ich den Seongpanak Trail. Ich bin heilfroh, meine Wanderstöcke dabei zu haben, denn es geht stetig und teilweise steil bergab. Die meisten Koreanerinnen und Koreaner steigen über diesen Trail auf und über den Gwaneumsa Trail wieder ab. 

Mir gefällt der Seongpanak Trail besser. Zwar gibt es auch hier viele Treppen, aber deutlich mehr abwechslungsreichen Untergrund wie Lavagestein und vor allem eine sich ständig verändernde Natur. Auch das Wetter wird nun wieder besser.

Abstecher zum Kratersee Saraoreum

An einer ausgeschilderten Abzweigung mache ich einen kleinen Abstecher und gelange nach etwa zehn Minuten treppenaufwärts zu einem Kratersee. Es ist der höchste Kratersee der Insel Jeju und gehört zum Vulkan Saraoreum (1324 m). Dort mache ich Rast auf einer Aussichtsplattform und genieße sowohl die Sonne als auch die schöne Aussicht auf den zu diesem Zeitpunkt etwas ausgetrockneten See. 

Der weitere Abstieg verläuft nun in der Sonne. Nach dem diesigen Gipfel wirkt das Licht fast wie eine Belohnung. Zunächst geht es noch über Holztreppen hinunter, doch später wird der Untergrund weicher, fast wie eine dicke Schicht aus Spänen. Die Schritte federn angenehmer ab, und mit jedem Höhenmeter wird es wärmer und entspannter.

Direkt gegenüber des Ausgangs befindet sich eine Bushaltestelle, deren Bus mich ganz unkompliziert zurück zu meiner Unterkunft bringt. 

Unterkunft in Jeju

Das “Yeha Guesthouse” kann ich übrigens empfehlen: super Lage, kostenloser Kaffee und sehr nettes, hilfreiches Personal. Außerdem kommt man leicht mit anderen Reisenden ins Gespräch. Ich hatte dort ein Doppelzimmer zur Alleinbenutzung.

Fazit

Die Hallasan Wanderung ist landschaftlich reizvoll, aber aufgrund der vielen Stufen konditionell fordernd. Ich werde diese Wanderung definitiv bei besserem Wetter nochmal wiederholen, da der Ausblick von oben spektakulär sein soll.

Hallasan Nationalpark trail map

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